Brauchtum

Was du schon immer über die Bräuche der Adventzeit wissen wolltest findest du hier. Von der Entstehungsgeschichte, über die Weiterentwicklung, bis zur Idee bzw. den Sinn des Brauches.

Adventzeit

Die Adventzeit (und auch ein neues Kirchenjahr) beginnt mit dem ersten Sonntag nach dem 26. November und endet immer am 25. Dezember. Sie enthält somit vier Sonntage, wobei am ersten Sonntag die Wiederankunft Christi, am zweiten und dritten Sonntag Johannes der Täufer im Mittelpunkt der hl. Messen stehen und der vierte Sonntag wird Maria, der Mutter Gottes gewidmet.

Die Adventzeit ist seit Gregor dem großen die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Bereits im Jahre 380 wurden Gläubige in der Niederschrift von Saragossa angehalten sich während des Advents (lat.: die Ankuft) auf die Geburt des Heiland vorzubereiten, damals dem 6. Jänner, dem Tag der Erscheinung des Herrn.

Adventkranz

Der Theologe Johann Hinrich Wichern nahm sich einiger Kindern an, die er in einem Bauernhaus in Hamburg großzog. Da ihn die Kinder während der Adventzeit immer wieder fragten, wie lange es denn noch bis Weihnachten sei, baute er 1839 einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und 4 großen weißen Kerzen. Täglich wurde eine der kleinen, sonntags eine der großen Kerzen entzündet. Somit war der Adventkranz geboren.

Seit seiner Erfindung musste der Adventkranz zahlreiche Änderungen über sich ergehen lassen. So wurde aus dem Holzkranz 1851 ein gebundener Kranz aus dünnen grünen Tannenzweigen, welche als Symbol des Lebens und der Hoffnung gelten. Aus Platzgründen wurden später nur noch vier Kerzen (für jeden Adventsonntag eine) angebracht. Zwischenzeitlich wurden Adventkränze auch mit Äpfeln und Nüssen verziert, wovon man später wieder abkam.

Seit dem Jahr 1937 findet die Adventkranzweihe der häuslichen Adventkränze am Samstag vor dem 1. Adventsonntag statt. Heute üblich sind gebundene grüne Adventkränze aus Tannenzweigen (auch Weidenzweige, Moos, Kunststoffe, oder Baumwurzeln werden verwendet) mit vier Kerzen, wobei die Kerze des letzten Adventsonntags manchmal eine eigene Farbe besitzt.

Christbaum oder Weihnachtsbaum

Der Christbaum ist einer der jüngsten Bräuche der Adventzeit. Seine Entstehung kann jedoch nicht genau festgelegt werden, vielmehr geht er aus mehreren Bräuchen hervor. Anfangs wurden Zimmer mit immergrünen Zweigen (als Symbol des Lebens) dekoriert, vielerorts wurden Bäume zu bestimmten öffentlichen Festlichkeiten geschmückt, bzw. in Kirchen das Paradies-Spiel (nach Adam & Eva) während der Weihnachtszeit aufgeführt.

Im Jahre 1419 stellte die Freiburger Bäckerschaft erstmal einen Baum mit Naschwerk, Früchten und Nüssen für die Kinder auf. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1539 und belegte, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.

Im Jahre 1816 brachte Henriette von Nassau-Weilburg (Gattin von Erzherzog Karl, des Siegers von Aspern über Napoleon) den ersten Christbaum nach Österreich., als sie für ihr erstes Kind einen Baum mit 12 Kerzen (eine für jedes Monat), nach dem Brauch aus ihrer Heimat, schmückte.

Damals konnten sich nur die begüteteren Schichten einen Christbaum leisten. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt Wälder angelegt und somit konnte der Bedarf der städtische Bevölkerung gedeckt werden.

Heute wird großteils die Tanne, insbesondere die Nordmanntanne als Christbaum verwendet, da sie besonders haltbar ist und nur wenige Nadeln verliert. Auch Fichten, Föhren und künstliche Bäume werden heutzutage verwendet. Als Baumschmuck werden Christbaumkugeln, Süßigkeiten, Lametta, Kerzen, kleine Figuren aus diversen Materialien wie Strohsterne und noch vieles mehr verwendet. Auf der Christbaumspitze befindet sich meist ein Stern (Stern von Betlehem) oder ein Engel.

Christbaumschmuck oder Weihnachtsbaumschmuck

1419 hatte die Freiburger Bäckerschaft erstmals einen Baum mit Naschwerk, Früchten und Nüssen behangen. 1605 wurden die Bäume von Handwerkerzünften mit Süßem und Äpfeln geschmückt. Die ersten Kerzen wurden 1611 von Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien an einem Weihnachtsbaum angebracht. Christbaumkugeln wurden erstmal 1830 geblasen und zur Dekoration verwendet. Das erste Lametta wurde 1878 in Nürnberg als Ersatz für die Optik der glitzernden Eiszapfen erfunden und an die Bäume gehangen.

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